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project: equinoX Forum / Alejandro Jodorowsky #2 - Fando und Lis

project: equinoX Forum

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#1 27.March 2014 16:50:56

jogiwan
drama-princess
Ort: graz (austria)
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Beiträge: 2256

Alejandro Jodorowsky #2 - Fando und Lis

Fando (Sergio Kleiner) und seine Freundin Lis (Diana Mariscal) machen sich eines Tages auf die Suche nach Tar um an dem mystischen und geheimnisvollen Ort Wahr- und Weisheit zu finden. Da Lis nach einer Vergewaltigung in Kindertagen querschnittgelähmt ist, schiebt Fando sie in einem Karren vor sich her und die anstrengenden Reise führt die Beiden an seltsame Orte, an denen Menschen in Ruinen Feste feiern und Fando von nackten Frauen in Versuchung geführt wird. Später treffen sie in der kargen Umgebung auf Kirchenoberhäupter (Tamara Garina), Transvestiten, zockende Seniorinnen und Amazonen, die den Beiden scheinbar immer feindselig entgegentreten, während das eigentliche Ziel Tar in weiter Ferne zu bleiben scheint.  Fando durchlebt neuerlich das Traumata seiner Kindheit und muss seine Mutter (Maria Teres Rivas) zu Grabe tragen, eher er nach dem Märtyrer-Tod seiner Freundin an deren Grab endlich seinen innerlichen Frieden findet.   

Es ist schon ein ganz schön seltsames und auch nicht einfach zu konsumierendes Stück Film, dass uns der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky mit seinem ersten und in Mexiko realisierten Langfilm und der Spielfilmadaption des gleichnamigen Bühnenstücks aus der Feder von Fernando Arrabal präsentiert. Das Experimental-Werk „Fando und Lis“ folgt einem Paar durch eine postapokalyptische und heruntergekommene Welt auf der Suche nach geistiger Erleuchtung und reiht eine surrealistische und metaphorische Szene mit teils ungewohnten Schnitten und irritierender Sound- und Geräuschkulisse aneinander, welche beim Zuschauer wohl in erster Linie große Fragezeichen hinterlassen, obwohl man gleichzeitig auch das Gefühl hat, einem komplexen und durchdachten Streifen beizuwohnen, der dennoch nicht wirklich greifbar, rätselhaft und fordernd bleibt.

Jodorowsky, der nach seinem Studium alle möglichen Arten der Kunst ausprobierte, nach Frankreich emigrierte und nach längerer Theatererfahrung wohl zwangsläufig beim Film landen musste, realisierte „Fando und Lis“ im Jahr 1967 und zehn Jahre nach seinem hier ebenfalls schon vorgestellten Kurzfilm „Die Krawatte“  mit geringem Budget, in Schwarz-Weiß, autodidaktischer Herangehensweise und größtenteils auch ohne entsprechende Drehgenehmigungen. Jodorowsky drehte jeweils an  Wochenenden und besetzte die zahlreichen Rollen neben seinen beiden Hauptdarstellern hauptsächlich mit Freunden, Wegbegleitern und Laien aus seinem persönlichen Umfeld und scheute dabei auch nicht davor zurück, bekannte Gesichter bewusst gegen den Strich zu besetzen und handelte sich und den Darstellern auch gehörig Ärger ein, als er  diese z.B. auf ziemlich respektlose Weise auf einem Friedhof agieren lies und dabei auch noch Grabsteine und Kreuze verrückte.

Primär ist „Fando und Lis“ wohl als provokantes Statement zu einer bequem gewordenen,  selbstverliebten und materialistischen Gesellschaft zu verstehen und zeigt die Vielzahl der Versuchungen, in Form von materiellen, körperlichen und geistigen Dingen, mit denen  junge Menschen im Laufe ihres Erwachsenwerden konfrontiert werden. Jodorowsky und Arrabal sparen dabei auch nicht mit Kritik an religiösen Institutionen, Machthabern, der steigenden Oberflächlichkeit, sowie der Welt der Erwachsenen im Allgemeinen, die scheinbar das Kindswohl ihren eigenen und durchschaubaren Interessen unterordnet. Dabei stellt der provokante und streitbare Regisseur der Menschheit ein eher schlechtes Zeugnis aus und es ist dann auch wenig verwunderlich, dass ein Werk wie „Fando und Lis“ nicht auf allzu große Gegenliebe stieß.

Als der Film 1968 bei einem Filmfestival in Acapulco Premiere feierte, waren die Zuschauer laut Aussage von Jodorowsky überhaupt nicht auf derartige Bilder und kontroverse Inhalte vorbereitete und die Präsentation auf großer Leinwand endete in Tumult-artigen Szenen, in denen das aufgebrachte Publikum dem Regisseur an den Kragen wollte. Diese Reaktionen waren dabei so extrem, dass sich Jodorowsky vor  der aufgebrachten und erzürnten Masse verstecken musste, öffentlich Morddrohungen ausgesprochen und auch auf weitere Ausgaben des Filmfestivals vorsorglich verzichtet wurde. Obwohl dadurch reges Publikumsinteresse geschaffen wurde, gab es wochenlange Schmutzkübel-Kampagnen der mexikanischen Presse und zahlreiche Anfeindungen, die u.a. auch durch dem Hauptdarstellers Sergio Kleiner angefeuert wurden, der während den Dreharbeiten von Jodorowsky auch nicht allzu gut behandelt wurde und über den der Regisseur auch heute noch kein gutes Wort verliert.

Mit knapp 46 Jahren Abstand betrachtet hat „Fando und Lis“ aber natürlich nicht mehr die provokante Kraft wie zur Zeit seiner Entstehung und mit heutigen Augen betrachtet ist das Werk ja auch eher der Inbegriff surrealistischer und sperriger Kinokultur eines Provokateurs, das den Zuschauer entweder fesselt und faszniert oder ihn auf eine ungemeine Geduldsprobe stellt. Leicht hat es Jodorowsky den Zuschauern auch nie gemacht und auch wenn seine Werke in den Jahrzehnten seines Schaffens mehr oder minder immer zugänglicher wurden, wie z.B. der Thriller-hafte „Santa Sangre“ und das Erwachsenen –Märchen „The Rainbow Thief“ , so sind doch all seine Werke auf der anderen Seite doch auch immer sehr fordernd und verlangen vom Zuschauer auch die Fähigkeit und die Bereitschaft, die gezeigten Inhalte auf eigenständige Weise zu interpretieren.

„Fando und Lis“ stellt den Zuschauer meines Erachtens dabei auf die schwierigste Probe, da Jodorowsky und Arrabals Vorlage neben der politischen und gesellschaftlichen Lage der damaligen Zeit und dessen apokalyptischen Abgesang auch sehr viele persönliche Dinge in den Film fließen ließen wie z.B. den Verrat der Mutter an dem revolutionären Vater, den Arrabal später auch in seinem Streifen „Viva la Muerte“ nochmals behandelte. Jodorowsky kritische Auseinandersetzung  mit kirchlichen Institutionen und Machthabern, sowie  ein Interesse an Monstrosität, als Protest gegen die Klassifizierungen rein nach ästhetischen Gesichtspunkten fließt hier ebenfalls ein wie Kritik gegen eine Gesellschaft, die Alter mit Weisheit gleichsetzt und jüngere Generationen in ihrer Entwicklung hemmt und hindert.

Dass es ein derartiges und bewusst gänzlich gegen gängige Sehgewohnheiten und dem Mainstream gebürstetes Werk beim Publikum nicht allzu leicht hat, liegt da natürlich auf der Hand und während „Fando und Lis“ im Ausland bereits seit längerer Zeit verfügbar ist, hat es bis zum Jahr 2014 gedauert, dass dieser Streifen endlich auch hierzulande veröffentlicht wurde. Dafür  darf sich der deutsche Filmfreund nun an einer Box erfreuen, die wohl das Herz eines jeden Cineasten höher schlagen lässt und auch kaum Wünsche offen lässt. Das Label „Bildstörung“ präsentiert „Fando und Lis“ neben dem bereits erwähnten, aber im Vergleich zu den restlichen Filmen eher unspektakuläre Kurzfilm „Die Krawatte“, sowie mit dem surrealen Western „El Topo“ und dem Selbstfindungstrip „Der Heilige Berg“  in einer wunderbaren Box , die auch noch die 1994 entstandenen Dokumentation „La Constellation Jodorowsky“ beinhaltet, in dem der Regisseur und Weggefährten ausgiebig zu Wort kommen und auch das Schaffen näher beleuchtet wird. 

Im Gegensatz zu den beiden anderen Filmen liegt „Fando und Lis“ auch in der Blu-Ray-Box jedoch ebenfalls nur auf DVD oder in der spanischen Originalfassung vor, da der Streifen nie synchronisiert wurde und bislang auch im deutschsprachigen Raum nicht veröffentlicht wurde. Die Bildqualität ist angesichts der Produktionsbedingungen aber überraschend gut ausgefallen und auch die deutschen Untertitel sind gut lesbar. Dankenswerterweise hat die Scheibe auch noch einen ebenfalls untertitelten Audiokommentar, in dem Jodorowsky mit seinem unnachahmlichen und eigenwilligen  Englisch über die Symbolik mancher Szenen erklärt, was wesentlich zum Verständnis des Filmes beiträgt und auch ansonsten recht süffisant und ohne Rücksicht auf Verluste aus dem Leben und dem Schaffen eines kontroversen Regisseurs erzählt.

„Fando und Lis“ ist ein interessantes, sperriges und auf vielseitige Weise interpretierbares Werk, das dem streitbaren Regisseur mit seinem übergroßen Ego neben viel Aufmerksamkeit auch jede Menge Ärger eingebracht hat und selbst den aufgeschlossenen Zuschauer auch heutzutage vor jede Menge Herausforderungen stellt.  Der experimentelle Streifen  ist sicherlich kein Film für die breite Masse und passt auch nicht jeden Tag, aber andererseits der vollkommen unkonventionelle und gegen herkömmliche Sehgewohnheiten gestaltete Skandalstreifen neben den wesentlich konventionelleren und ein Jahrzehnt zuvor entstandene Kurzfilm „Die Krawatte“ auch der ideale Einstieg in die obskure, mystische und wohl einzigartige Film- und Gedankenwelt des durchaus streitbaren Alejandro Jodorowsky, der im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere ein paar der ungewöhnlichsten und anspruchsvollsten Werke der Kinogeschichte abgeliefert hat, die selbst heutzutage noch kaum mit anderen Werken zu vergleichen sind.


It´s fun to stay at the YMCA...

*** Gretl... the prince !!! ***

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#2 29.March 2014 14:02:08

chilidog
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Re: Alejandro Jodorowsky #2 - Fando und Lis

@ Jochen,

vielen Dank fürs Review, ist nun auch schon Online:  http://chilidog.project-equinox.de/?page_id=9695

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